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Die ganze Pfingstnovene ist als Download erhältlich unter:
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Inhaltlich verantwortlich:
Referat Neuevangelisierung
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Text:
Dr. theol. Veronika Ruf
Pfingstsequenz:
Übersetzung von Maria Luise Thurmair und Markus Jenny
© Herder Verlag
Pfingstnovene - Tag 6
des Sohnes
und des Hl. Geistes
Amen
Komm herab, o Heiliger Geist,
der die finstre Nacht zerreißt,
strahle Licht in diese Welt.
Komm, der alle Armen liebt,
komm, der gute Gaben gibt,
komm, der jedes Herz erhellt.
Höchster Tröster in der Zeit,
Gast, der Herz und Sinn erfreut,
köstlich Labsal in der Not.
In der Unrast schenkst du Ruh,
hauchst in Hitze Kühlung zu,
spendest Trost in Leid und Tod.
Komm, o du glückselig Licht,
fülle Herz und Angesicht,
dring bis auf der Seele Grund.
Ohne dein lebendig Wehn
kann im Menschen nichts bestehn,
kann nichts heil sein noch gesund.
Was befleckt ist, wasche rein,
Dürrem gieße Leben ein,
heile du, wo Krankheit quält.
Wärme du, was kalt und hart,
löse, was in sich erstarrt, lenke,
was den Weg verfehlt.
Gib dem Volk, das dir vertraut,
das auf deine Hilfe baut,
deine Gaben zum Geleit.
Lass es in der Zeit bestehn,
deines Heils Vollendung sehn
und der Freuden Ewigkeit.
Amen. Halleluja.
Sechster Tag
Ohne dein lebendig Wehn
Die Kirche betet im großen Glaubensbekenntnis: „Wir glauben an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht“. Der Heilige Geist ist der Schöpfergeist und Lebensspender. Das wird schon in den ersten Worten der Bibel deutlich: „Gottes Geist schwebte über dem Wasser“ (Gen 1,2). Auch im zweiten Schöpfungsbericht ist er zugegen: „Gott blies in seine Nase den Lebensatem“ (Gen 2,7). Der Geist (hebr. Wind, Hauch) ist der Atem Gottes, der die leblose Kreatur zum Leben erweckt: „Sendest
du deinen Geist aus, so werden sie alle erschaffen, und du erneuerst das Antlitz der Erde“ (Ps 104,30). Dieser Geist belebt den Leib und – wichtiger noch – die Seele. Er macht aus den Geschöpfen eine „neue Schöpfung“ (2 Kor 5 17). Er macht uns zu Kindern Gottes, die fähig sind, mit Gott und in Gott zu leben. Erlahmt mein geistliches Leben oder stirbt es gar ab, dann bringt es der Schöpfergeist neu zum Blühen, wenn ich ihn darum bitte.
Kann im Menschen nichts bestehn
Viele verbinden mit dem Heiligen Geist eher das Spontane, Unberechenbare und nicht so sehr Tugenden wie Treue, Beständigkeit oder Ausdauer. Doch ist dem Heiligen Geist gerade auch das Gute zu verdanken, das sich im Leben festigt und fortdauert, wie zum Beispiel zu einer Berufung zu stehen oder einen Menschen durch Leid durchzutragen. Ohne den Geist Gottes würden wir ziemlich schnell vom Guten abfallen. Ohne ihn sind wir nicht fähig, uns auf Gott auszurichten oder bei ihm zu bleiben. Zu den Früchten des Geistes gehören auch „Langmut und Treue“ (Gal 5,22). Der Heilige Geist lässt uns der Wankelmütigkeit und Kurzatmigkeit widerstehen. Er schenkt lebenslange Standhaftigkeit in Glaube, Hoffnung und Liebe.
Kann nichts heil sein noch gesund
Der Heilige Geist ist der „Heil-“ und „Heiligmacher“. Der Zusammenhang wird schon vom Wort her deutlich. Heil sein, heißt, heilig sein; das lateinische salus (Heil) und sanctus (heilig) haben dieselbe Wurzel. Auch in anderen Sprachen klingt das noch durch, zum Beispiel im Englischen: whole (ganz) und holy (heilig). Um heilig zu sein, muss der Mensch heil sein, zwar nich t unbedingt körperlich, in jedem Fall aber geistig. Der Geist Gottes dringt in die tiefsten Schichten meines Seins vor und wandelt sie um. Er umfasst meine verletzten Gefühle, fehlgehende Neigungen und alles, was mich hindert, auf dem Weg der Heiligkeit voranzugehen. Er heilt mich als ganzen Menschen und macht mich heilig.
Gebet um Leben und Heiligkeit
V Komm herab, o Heiliger Geist
hauche deiner Kirche neues Leben ein
A Komm, Heiliger Geist
V — verwandle mich im Innersten
— gib Geduld und Ausdauer
— schenke uns Langmut und Treue
— heile alle Verletzungen
— mache uns heil und heilig
A Herr, unser Gott, der Heilige Geist,
der Leben schenkt und heilig macht,
belebe in uns das geistliche Leben
und mache uns beständig im Guten.
Er führe die ganze Kirche zur Heiligkeit.
Amen.