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Die ganze Pfingstnovene ist als Download erhältlich unter:
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Text:
Dr. theol. Veronika Ruf
Pfingstsequenz:
Übersetzung von Maria Luise Thurmair und Markus Jenny
© Herder Verlag
Pfingstnovene - Tag 4
des Sohnes
und des Hl. Geistes
Amen
Komm herab, o Heiliger Geist,
der die finstre Nacht zerreißt,
strahle Licht in diese Welt.
Komm, der alle Armen liebt,
komm, der gute Gaben gibt,
komm, der jedes Herz erhellt.
Höchster Tröster in der Zeit,
Gast, der Herz und Sinn erfreut,
köstlich Labsal in der Not.
In der Unrast schenkst du Ruh,
hauchst in Hitze Kühlung zu,
spendest Trost in Leid und Tod.
Komm, o du glückselig Licht,
fülle Herz und Angesicht,
dring bis auf der Seele Grund.
Ohne dein lebendig Wehn
kann im Menschen nichts bestehn,
kann nichts heil sein noch gesund.
Was befleckt ist, wasche rein,
Dürrem gieße Leben ein,
heile du, wo Krankheit quält.
Wärme du, was kalt und hart,
löse, was in sich erstarrt, lenke,
was den Weg verfehlt.
Gib dem Volk, das dir vertraut,
das auf deine Hilfe baut,
deine Gaben zum Geleit.
Lass es in der Zeit bestehn,
deines Heils Vollendung sehn
und der Freuden Ewigkeit.
Amen. Halleluja.
Vierter Tag
In der Unrast schenkst du Ruh
Jagen wir nicht oft vom einen zum anderen? Die Ansprüche in Beruf und Familie sind hoch. Der Heilige Geist will uns zur Ruhe kommen lassen. Er erfrischt den überforderten Geist und die ermüdeten Gedanken. Er nimmt das Grübeln und die Sorgen weg. „Von innen her wird diese Ruhe uns zuwachsen und uns aus der Hetze und Jagd herausheben, auch wenn wir alle ihre Bindungen einhalten und alle ihre Pflichten weiter tun müssen. Das ist ja die Eigenart des Geistes, sich mitten in die Kreatur einzufügen, ihr Leben mitzuleben und genau da, wo ihre stärkste Not auf ihr lastet, als der helfende und heilende Gott am kräftigsten sichtbar und spürbar zu werden. Der Geist wird uns helfen, diese große Tugend der Unermüdlichkeit zu leisten. Vom Geiste und vom Heiligen Geiste her stärker zu sein als die Wucht, überlegener und sicherer als die jagende Unruhe unseres Daseins. Er gibt uns die freie Überlegenheit und die schweigende Fülle, die uns nie endgültig erschöpft werden lassen. Und mögen wir noch so oft meinen, am Ende zu sein – der neue Anruf findet uns nicht nur willig, sondern auch fähig im Namen Gottes“ (Alfred Delp).
Hauchst in Hitze Kühlung zu – Wärme du, was kalt und hart
Hier scheint sich ein Gegensatz aufzutun. Gibt der Heilige Geist nun Kühlung oder Wärme? Die Antwort: je nach Bedarf! Eine Eigenschaft des Geistes ist seine „Flexibilität“. Er schenkt jeder Person genau das, was sie im Augenblick braucht: der einen Wärme, der anderen Abkühlung. Wen etwa der Zorn packt, den wird der Geist zur Besonnenheit mahnen. Wem die Liebesglut fehlt, den wird er „anfeuern“. Der Geist gleicht unsere Extreme aus.
Spendest Trost in Leid und Tod
Wer wünscht sich in der Not nicht einen treuen Freund, der einfach da ist? Der Heilige Geist ist dieser „Seelenfreund“. Er vermittelt Trost und Frieden. Ein Gebet über das Öl für die Krankensalbung lautet: „Herr Gott, liebender Vater, du bringst Heilung den Kranken durch deinen Sohn Jesus Christus. Höre unser Gebet, die wir gläubig zu dir beten, und sende den Heiligen Geist – Freund und Helfer des Menschen – auf dieses Öl, das die Natur uns schenkt, um den Nöten der Menschen zu dienen.“ Der Heilige Geist ist Freund und Helfer in Krankheit, Gebrechlichkeit und Tod. Am Ende lässt er uns auferstehen von den Toten: „Wer im Vertrauen auf den Geist sät, wird vom Geist ewiges Leben ernten“ (Gal 6,8).
Gebet um Frieden
V Komm herab, o Heiliger Geist
— schenke mir und allen Ruhe und Frieden des Herzens
A Komm, Heiliger Geist
V — gib uns Ausdauer und Geduld
— mach deine Kirche bereit, sich neu auf dich einzulassen
— tröste Du in jedem Kummer
— steh den Kranken und Sterbenden bei
— führe uns zum ewigen Leben
A Herr, unser Gott, der Heilige Geist,
der uns den Frieden des Herzens schenkt,
sei uns nahe in jeder Not und Bedrängnis.
Er richte uns auf und helfe uns,
für andere da zu sein.
Amen.