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Die ganze Pfingstnovene ist als Download erhältlich unter:
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Text:
Dr. theol. Veronika Ruf
Pfingstsequenz:
Übersetzung von Maria Luise Thurmair und Markus Jenny
© Herder Verlag
Pfingstnovene - Tag 3
des Sohnes
und des Hl. Geistes
Amen
Komm herab, o Heiliger Geist,
der die finstre Nacht zerreißt,
strahle Licht in diese Welt.
Komm, der alle Armen liebt,
komm, der gute Gaben gibt,
komm, der jedes Herz erhellt.
Höchster Tröster in der Zeit,
Gast, der Herz und Sinn erfreut,
köstlich Labsal in der Not.
In der Unrast schenkst du Ruh,
hauchst in Hitze Kühlung zu,
spendest Trost in Leid und Tod.
Komm, o du glückselig Licht,
fülle Herz und Angesicht,
dring bis auf der Seele Grund.
Ohne dein lebendig Wehn
kann im Menschen nichts bestehn,
kann nichts heil sein noch gesund.
Was befleckt ist, wasche rein,
Dürrem gieße Leben ein,
heile du, wo Krankheit quält.
Wärme du, was kalt und hart,
löse, was in sich erstarrt, lenke,
was den Weg verfehlt.
Gib dem Volk, das dir vertraut,
das auf deine Hilfe baut,
deine Gaben zum Geleit.
Lass es in der Zeit bestehn,
deines Heils Vollendung sehn
und der Freuden Ewigkeit.
Amen. Halleluja.
Dritter Tag
Höchster Tröster in der Zeit
„Der Vater wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll. Es ist der Geist der Wahrheit“ (Joh 14,16). Er ist der „Paraklet“, griech. „der Herbeigerufene“. Das heißt, er ist der Helfer, Tröster und Beistand bzw. Rechtsbeistand, den ich mir als Hilfe an die Seite rufen kann. Er ist „höchster Tröster“, weil niemand so einen direkten Zugang zu den Gefühlen hat wie er. „Er findet Wege und Weisen der Tröstung, er hat Arten der Aufmerksamkeit, die die Zartheit und Findigkeit menschlicher Liebe weit übertreffen“ (Alfred Delp). Der Heilige Geist tröstet, indem er die Lage tatsächlich ändert oder Kraft schenkt, mit einer bestimmten Situation fertig zu werden. Der echte Tröster zeigt, dass meine Leiden nicht nutzlos sind. Er lässt mich einen Sinn darin erkennen, indem er sie in einen höheren Zusammenhang einordnet. So werde ich innerlich gestärkt und aufgerichtet.
Gast, der Herz und Sinn er freut
Der Heilige Geist ist „Gast“, weil wir nicht über ihn verfügen können. Er „weht, wo er will“ (Joh 3,8). Seine Wirkungen sind nicht planbar oder vorhersehbar. Er überrascht uns mit seiner Freude. Oft bleiben seine „Besuche“ allerdings dem Bewusstsein und den Gefühlen verborgen. Erst später zeigt sich, dass er da war, beispielsweise in einem Gespräch, das im Nachhinein gesehen eine unerwartete Erkenntnis gebracht hat oder in einer vertrackten Situation, die plötzlich einen guten Ausgang nimmt. Interessanterweise sagen wir zwar „unser Vater im Himmel“ und „unser Herr Jesus Christus“, aber nicht „unser Heiliger Geist“. Wir besitzen ihn nicht. Er ist auch kein Eindringling, sondern – menschlich gesprochen – ganz und gar höflich: Er wartet, bis er herein gebeten wird. In allem, was er tut, ist er unaufdringlich. Wenn er nicht erwünscht ist, tut er auch für gewöhnlich nichts. Wenn er aber wie ein Gast willkommen geheißen wird, dann schenkt er wahre Herzensfreude.
Köstlich Labsal in der Not
Die Nöte sind oft groß. Es gibt eine Art von innerer Erfrischung und Kraft, die nur der Heilige Geist zuwege bringt. „Ich gieße Wasser auf den dürstenden Boden, rieselnde Bäche auf das trockene Land. Ich gieße meinen Geist über deine Nachkommen aus und meinen Segen über deine Kinder“ (Jes 44,3). Der Geist ist wie ein kühler Schluck Wasser in der Wüste. Er stillt den Durst nach Sinn, Geborgenheit, Liebe und Angenommensein. Er schenkt Kraft, Mut und Zuversicht, ja erfüllt uns mit stiller Freude, wo es an sich keinen Anlass zur Freude gibt. Dies kann in einem tröstenden Bibelwort oder im Gebet sein, aber auch im lieben Wort eines Mitmenschen. In jedem Fall sind die Sakramente Orte der Gottesbegegnung, wohl oft nicht dem Gefühl nach, aber in jedem Fall der Gnade nach.
Gebet um Tröstung und Stärkung
V Komm herab, o Heiliger Geist
— sei du mein Freund, Begleiter und Ratgeber
A Komm, Heiliger Geist
V — tröste Du in jedem Leid
— besitze deine Kirche ganz
— erfreue uns mit deiner Gegenwart
— erfrische und belebe die müde Gewordenen
— richte uns wieder auf
A Herr, unser Gott, der Heilige Geist,
der uns tröstet und Kraft gibt,
mache uns stark im Glauben.
Er verfüge über unser ganzes Sein,
so dass wir von ihm getragen werden
und anderen beistehen können.
Amen.