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Die ganze Pfingstnovene ist als Download erhältlich unter:
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Text:
Dr. theol. Veronika Ruf
Pfingstsequenz:
Übersetzung von Maria Luise Thurmair und Markus Jenny
© Herder Verlag
Pfingstnovene - Tag 2
des Sohnes
und des Hl. Geistes
Amen
Komm herab, o Heiliger Geist,
der die finstre Nacht zerreißt,
strahle Licht in diese Welt.
Komm, der alle Armen liebt,
komm, der gute Gaben gibt,
komm, der jedes Herz erhellt.
Höchster Tröster in der Zeit,
Gast, der Herz und Sinn erfreut,
köstlich Labsal in der Not.
In der Unrast schenkst du Ruh,
hauchst in Hitze Kühlung zu,
spendest Trost in Leid und Tod.
Komm, o du glückselig Licht,
fülle Herz und Angesicht,
dring bis auf der Seele Grund.
Ohne dein lebendig Wehn
kann im Menschen nichts bestehn,
kann nichts heil sein noch gesund.
Was befleckt ist, wasche rein,
Dürrem gieße Leben ein,
heile du, wo Krankheit quält.
Wärme du, was kalt und hart,
löse, was in sich erstarrt, lenke,
was den Weg verfehlt.
Gib dem Volk, das dir vertraut,
das auf deine Hilfe baut,
deine Gaben zum Geleit.
Lass es in der Zeit bestehn,
deines Heils Vollendung sehn
und der Freuden Ewigkeit.
Amen. Halleluja.
Zweiter Tag
Komm, der alle Armen liebt
Bleiben wir uns selbst überlassen, sind wir bedürftige und abhängige Geschöpfe. Kein materieller Reichtum wiegt unsere menschlichen Grenzen auf. Der Geist Gottes schenkt hier geistliche Reichtümer: „Selig, die arm sind vor Gott, denn ihnen gehört das Himmelreich“ (Mt 3,5). Gerade die Armen haben durch den Heiligen Geist alles, nämlich das Himmelreich. Alles andere schenkt er dazu. Fehlt mir das Talent zum Reden, überfordern mich die Aufgaben, mangelt mir der Mut zur Tat? Genau da gibt der Geist das Nötige für den Augenblick. Vor allem in der Bezeugung des Glaubens ist seine Hilfe sicher: „Er ist derjenige, der heute wie in den Anfängen der Kirche in all jenen am Werk ist, die das Evangelium verkünden und sich von ihm ergreifen und führen lassen; er legt ihnen Worte in den Mund, die sie allein niemals finden könnten, und bereitet zugleich die Seele des Hörers auf den Empfang der Frohbotschaft und der Verkündigung des Gottesreiches vor“ (Paul VI., Evangelii Nuntiandi 75).
Komm, der gute Gaben gibt
Bei „Gaben“ kommen Talente und Charismen in den Sinn. Die Gabe schlechthin ist jedoch der Heilige Geist selbst. „Wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten“ (Lk 11,13). Gott gibt nicht etwas, Gott gibt sich selbst. Gott ist durch den Heiligen Geist Geschenk. Er ist letztlich die einzig notwendige Gabe, weil
er den Menschen mit Gott verbindet. Alles andere sind zusätzliche Geschenke, in denen der Geist sich zeigen kann: „Weisheit, Einsicht, Rat, Stärke, Erkenntnis, Frömmigkeit, Gottesfurcht“ (Jes 11,2); oder die Gaben „zu dienen, lehren, trösten, ermahnen, geben, vorstehen und Barmherzigkeit üben“ (Röm 12,7−8); oder die Gaben „des Glaubens, der Heilung, der Prophetie, der Unterscheidung“ usw. Sämtliche Gaben teilt Gott völlig souverän zu. Es gibt so viele Gaben wie Empfänger, niemand ist leer ausgegangen. Die Gaben des Geistes sollen wir für den Aufbau der Kirche einsetzen (1 Kor 12).
Komm, der jedes Herz erhellt
Wenn unser Herz brennt, weil es vom Geist Gottes erfüllt und mit seinen Gaben ausgestattet ist, werden wir von unserer Umgebung wahrgenommen werden. „Unverkennbar seid ihr ein Brief Christi, ausgefertigt durch unseren Dienst, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf Tafeln aus Stein, sondern – wie auf Tafeln – in Herzen von Fleisch“ (2 Kor 3,3). Der Geist bewirkt in uns die Ausstrahlung, Worte und Taten, die beredtes Zeugnis für Christus sind.
Gebet um die Gaben des Geistes
V Komm herab, o Heiliger Geist
hilf unserer Schwachheit auf
A Komm, Heiliger Geist
V lege uns deine Worte in den Mund
schenke mir und allen die Vielfalt der Gaben
mache mich bereit, anderen zu dienen
entzünde unsere Herzen mit deinem Feuer
lass uns deine Liebe ausstrahlen
A Herr, unser Gott, der Heilige Geist,
der alle Gaben zum Aufbau der Kirche gibt,
befähige uns, Zeugen des Evangeliums zu sein.
Er öffne die Herzen der Menschen,
so dass sie dich suchen und in Freude dich finden.
Amen.